Öl auf Wasser messen mittels UV-angeregter Fluoreszenz

Die Aufgabenstellung

Öl auf Wasser messen

Nach dem Wasserhaushaltsgesetz (§1) ist „jedermann verpflichtet …, die nach den Umständen erforderliche Sorgfalt anzuwenden, um Verunreinigungen des Wassers … zu verhüten“. Bei Anlagen, bei denen durch betriebliche Störungen Öle in ein Gewässer gelangen können, erfordert diese Sorgfalt eine kontinuierliche Überwachung des Auslaufs. Bei solchen Ausläufen handelt es sich typischerweise um Kühl- oder Abwasser. Dieses enthält häufig eine erhebliche Schmutzfracht wie Sand, Schlamm, Schlick, Algen oder Salze. Zudem schwanken Betriebsbedingungen wie Temperatur, Fließgeschwindigkeit und Füllstand. Diese Einflüsse können eine zuverlässige Erfassung von Öl erschweren. Bei Messungen in offenen Gerinnen, Becken, Tanks oder größeren Rohrleitungen wird außerdem immer nur eine Teilmenge des Wassers erfasst. Eine repräsentative Probe mit durchschnittlichem Ölanteil zu entnehmen, ist daher kaum möglich. Die Ölverteilung im Wasserstrom schwankt abhängig von Wassertiefe, Temperatur, Fließgeschwindigkeit und Ölsorte. Die meisten Ölsorten oder zumindest deren Bestandteile sind leichter als Wasser und schwimmen deshalb auf. An der Wasseroberfläche sowie im oberen Bereich großer Rohrleitungen ist daher die höchste Ölkonzentration zu erwarten. Um Öl auf Wasser mittels UV-angeregter Fluoreszenz zu messen, nutzt der Ölmonitor Modell FLUCOmat (FLU-103) diesen Aufschwimmeffekt. Dadurch erfasst er das Öl dort, wo die höchste Konzentration zu erwarten ist, und gewährleistet eine maximale Ansprechempfindlichkeit.

Überblick über verschiedene Messmethoden

Zur Detektion von Öl auf Wasser sind zahlreiche Verfahren im Einsatz:

  • UV-angeregte Fluoreszenz
  • Infrarotreflexion
  • Ultraschallreflexion
  • Absorptionsphotometrie
  • Leitfähigkeitsmessung an der Wasseroberfläche
  • Kapazitive Messung
  • Lichtstreuung / Trübungsmessung
  • Transfer des Öls in ein Lösungsmittel für Kohlenwasserstoffe und anschließende spektroskopische Analyse
  • Transfer der Kohlenwasserstoffe in die Gasphase (z. B. durch Strippen mit Luft) und Nachweis in der Gasphase (z. B. mittels FID)

Die Schwachstelle medienberührter Verfahren

Methoden, die im Kontakt mit der Flüssigkeit arbeiten, etwa eintauchende Elektroden oder Durchflusszellen, werden im Dauerbetrieb erheblich beeinträchtigt durch:

  • Verschmutzung der Elektroden
  • Algenbildung
  • Ölverschmutzung der Messzellen
  • bereits leichte Bewegungen der Wasseroberfläche

Es ist ein erheblicher Wartungsaufwand erforderlich, um die Öl Detektion mit diesen Systemen sicherzustellen. Die Vielzahl der möglichen Störungen bei den genannten Methoden führt dazu nach einem Verfahren
zu suchen, bei dem der Sensor des Geräts nicht direkt mit dem zu überwachendem Wasser in Kontakt steht. Öl schwimmt in der Regel an der Oberfläche und ist nicht homogen im Wasser verteilt.

Ein Sensor zur berührungslosen Detektion des Öls mit einer geeigneten UV- Strahlungsquelle wird zur Fluoreszenzmessung oberhalb der Wasseroberfläche positioniert.
Einen Hinweis auf die mögliche Empfindlichkeit dieser Methode liefert die Beobachtung mit dem menschlichen Auge. Selbst geringe Ölmengenführen zu Interferenz- Farbmustern und Fluoreszenz. Die Ansprechempfindlichkeit der Fluoreszenz Methode ist dabei ca. 10x besser als das Auge.

  • Mit UV- Strahlung wird das Öl zur Fluoreszenz angeregt
  • Eine Detektoroptik erfasst die Fluoreszenzstrahlung


Auch dieses Verfahren kann durch Störgrößen beeinflusst werden

  • Der Einfluss von extremen Umgebungslicht mit schwankender Intensität
  • Starke Wellenbewegungen an der Wasseroberfläche
  •  

Durch die geeignete gerätetechnische Ausführung wird die Wirkung dieser Störungen auf die Ergebnisse jedoch weitgehend minimiert.

Die Fluoreszenzmethode

Prinzip Öl auf Wasser messen:

Energie (E1 = hv1), hier in Form von ultravioletter Strahlung, wird von einem Atom oder Molekül absorbiert.
Die Elektronen werden angeregt in einen höheren Energiezustand zu wechseln. Beim zurückfallen der angeregten Elektronen in den Grundzustand, wird die Strahlungsenergie (E2 = hv2) wieder freigesetzt, allerdings nicht vollständig mit der gleichen Wellenlänge wie bei der Energieaufnahme, sondern zusätzlich mit einer Wellenlänge im sichtbaren Spektrum sowie als Wärmestrahlung (E3).

E1 = E2 + E3

Die abgestrahlte Wellenlänge (Fluoreszenz-stahlung) ist Stoffspezifisch. Öl enthält unter anderem aromatische- Verbindungen. Da jede Ölsorte eine andere Zusammensetzung aufweist, ist auch das Fluoreszenzspektrum der verschiedenen Öle unterschiedlich, liegt aber in der Regel zwischen 350 und 500nm.

Durch die Wahl der anregenden Wellenlänge, können Empfindlichkeit und Selektivität beeinflusst werden:

  • Messwellenlänge:
    Zum messen von Öl auf Wasser mittels der Fluoreszenz sollten nur diejenigen Wellenlängen (385nm bis 395nm) ausgewählt werden, bei denen Öl eine starke Fluoreszenz zeigt. Während bei gleichen Wellenlänge, störende Substanzen wie z. B. optische Aufheller, eine geringe Fluoreszenz zeigen. Im Wellenlängenbereich von 385-395nm ist die Intensität der UV-Lampe ebenfalls gering, was zu einer Reduktion der Signalinterferenz durch direkte Reflexion führt.
  • UV-Intensität der UV-Quelle:
    Die hier beschriebene Methode hat eine Empfindlichkeit von einem Tropfen (ca. 0,1 ml) pro m2 Fläche. Dies hängt jedoch von den Verfahrensbedingungen und der Installation des Systems ab (Wellen, Fließgeschwindigkeit, Abstand von der Oberfläche, etc.).

Technische Realisierung

Der FLUCOmat

Das Gerät ist für den Dauereinsatz mit geringem Wartungsaufwand in industriellen Umgebungen entwickelt. Einflüsse durch externe Störungen werden durch die Konstruktion auf ein Minimum reduziert.

Modell FLUCOmat (FLU-103) UV- Strahler:

Als UV- Quelle werden UV-Lampen oder optional UV-LED-Arrays eingesetzt. Die UV-Quellen sind über der
Detektoroptik angeordnet und decken einen Erfassungsbereich von ca. 30cm Durchmesser ab. Dieses
Design ermöglicht die Ölerfassung selbst von bewegten Wasseroberflächen. Wellen bis zu 3cm haben
keinen Einluß auf die Ansprechempfindlichkeit des Systems.

Modell FLUCOmat (FLU-103) Detektoroptik:

Die Empfängeroptik zur Erfassung der Fluoreszenz ist für eine Entfernung von etwa 400mm zwischen Wasseroberfläche und Sensor optimiert. Änderungen des Abstands zwischen Sensor und Wasseroberfläche von mehr als 75mm müssen durch eine geeignete Installation ausgeglichen werden (z.B. Installation auf Pontons, ein Ultraschallgesteuertes Liftsystem, Bypass-Container, etc.).

Modell FLUCOmat (FLU-103) Signalverarbeitung:

Ein Regelkreis garantiert für die gleichbleibend hohe Empfindlichkeit des Fotomultipliers. Dieser Detektor wird verwendet, um die Fluoreszenzstrahlung der Öle zu erfassen. Die Modulation der UV- Lampen kompensiert Einflüsse durch Schwankungen im Umgebungslicht mittels der Demodulation der Empfangssignale.

Modell FLUCOmat (FLU-103) Status Signale:

Die korrekte Funktion des Systems wird durch die permanente Überwachung der folgenden Parameter gewährleistet:

  • UV- Intensität jeder UV-Lampe
  • Uv- Modulation / Signal- Demodulation
  • Empfindlichkeit Fotomultiplier
  • Überwachung Netzteil


Störmeldungen werden von vier LED’s angezeigt. Ein gemeinsames Relais meldet einen Ausfall oder eine Fehlfunktion zum Kontrollraum. Die Resultate werden über den Analogausgang übertragen.

Betriebserfahrungen

Typische Einsatzbereiche

Das Modell FLUCOmat (FLU-103) ist unter anderem im Einsatz zur Überwachung von:

  • Öl am Trinkwasserreservoir
  • Turbinenöl in Kraftwerken
  • Hydrauliköl
  • Öl im Kühlwasser
  • Wärmetauscheröl
  • Öl in Produktionswasser
  • Öl im Rückhaltebecken
  • Direkteinleitungen in Flüsse und Seen
  • Einleitungen in öffentliche Abwassersysteme
  • Wasserdurchsatz von Turbinen
  • Wasser aus verschiedenen Kollektoren
  • Regenwasser

Modell FLUCOmat (FLU-103) Laborergebnisse:

Bild 2, zeigt die Empfindlichkeit für mehrere Öle, die unter Verwendung eines Laboraufbaus nachgewiesen wurden.

Modell FLUCOmat (FLU-103) Anwendungsbeispiel: Ölüberwachung in einem Kraftwerk.

Hauptsächlich finden Sie die folgenden Abwässer in einem Kraftwerk:

  • Kühlwasser
  • Wasser aus Wärmetauschern


Das Wasser wird möglicherweise durch, Schmieröl, Wärmetauscher Öl, Turbinenöl, etc. und wird in der Abwasseraufbereitungsanlage (Bild 6) behandelte.


Das Modell FLUCOmat (FLU-103) wird hier zur sicheren Ölüberwachung des Auslaufs eingesetzt

Modell FLUCOmat (FLU-103) Abstrakt:

Es gibt viele Ölwarngeräte auf dem Markt. Die meisten von ihnen verursachen erheblichen Wartungsaufwand beim Betrieb über lange Zeiträume. Das Modell FLUCOmat, (FLU-103) reduziert durch zuverlässige Technik und durch die berührungslose Abtastung der Wasseroberfläche die Wartung auf ein Minimum.
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